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Machbarkeit von Verfüll- und Verschlussmaßnahmen: Ergebnisse aus dem Projekt VerfüllEND

Auf den 5. Tagen der Standortauswahl in Leipzig stellte BGE TEC Ergebnisse des Forschungsprojekts VerfüllEND vor.

Veranstaltungsbanner mit der Aufschrift „5. Tage der Standortauswahl 2026, 23.–24. April 2026, Leipzig" vor einem Stadtbild.

Veranstaltungsbanner der 5. Tage der Standortauswahl, 23.–24. April 2026 in Leipzig.

Vom 23. bis 24. April 2026 fanden in Leipzig die 5. Tage der Standortauswahl statt. BGE TECHNOLOGY GmbH (BGE TEC) stellte dort Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Machbarkeitsbewertung der Verfüll- und Verschlussmaßnahmen eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle" (VerfüllEND) vor. Im Mittelpunkt des Projekts stand die Frage, ob der internationale Stand von Wissenschaft und Technik zu Verfüll- und Verschlussmaßnahmen ausreicht, um ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland unter der gesamten im Standortauswahlverfahren enthaltenen Bandbreite geologischer Randbedingungen zu verfüllen und zu verschließen.

Fragestellung und Vorgehen

Als Bewertungsmaßstab diente ein Technology Readiness Level (TRL) von mindestens 3, was dem Nachweis der grundsätzlichen Funktionstüchtigkeit einer Technologie entspricht. Anhand einer rund 80 Fragen umfassenden Checkliste zu Gesamtkonzept, Herstellbarkeit, Permeabilität, mechanischer Stabilität sowie chemischem Verhalten und Langzeitstabilität wurden nationale und internationale Verfüll- und Verschlusskonzepte für Schachtverschlüsse, Streckenverschlüsse und Verfüllmaterial in Steinsalz, Tongestein und kristallinem Wirtsgestein geprüft. Ergänzend führte das Projektteam leitfadengeführte Interviews mit insgesamt zehn Fachleuten, unter anderem von der TU Bergakademie Freiberg, VTT, dem Geological Survey of Finland, ONDRAF/NIRAS und NAGRA, um nicht dokumentierte Erfahrungswerte einzubeziehen.

Ergebnisse

Weit entwickelte Verfüll- und Verschlussmaßnahmen liegen international nur für einen begrenzten Bereich geologischer Randbedingungen vor, etwa für Steinsalz bis rund 1.000 m Teufe, kristallines Wirtsgestein bis rund 500 m Teufe (ohne einschlusswirksamen Gebirgsbereich) sowie für Ton- bzw. Opalinuston-Standorte zwischen 220 und 500 m Teufe. Mit zunehmender Abweichung von diesen Referenzfällen nimmt die verfügbare Erfahrung ab. Für mehrere im deutschen Standortauswahlverfahren relevante Kombinationen, insbesondere größere Teufen im kristallinen Wirtsgestein und im Tongestein, liegen international kaum oder keine Erfahrungen vor. Auf dieser Grundlage identifizierte das Projektteam konkrete Wissenslücken, unter anderem zum Umgang mit Korrosionsgasen in der Nachverschlussphase im Tongestein, zur Wärmeleitfähigkeit von Bentonit, zur Entfernung der Auflockerungszone im Tongestein sowie zum Verschluss des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs im kristallinen Wirtsgestein.

Zum Projekt

Das Forschungsprojekt VerfüllEND begann im März 2024 und läuft bis Dezember 2026. Es wurde von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) finanziert und von BGE TECHNOLOGY GmbH durchgeführt; dem Projektteam gehörten auch Kolleginnen und Kollegen der BGE an.

Ausblick

Für die identifizierten Wissenslücken sollten Versuchsprogramme erarbeitet werden. Der Stand von Wissenschaft und Technik zu Verfüll- und Verschlussmaßnahmen sollte im weiteren Verlauf des Standortauswahlverfahrens regelmäßig geprüft und stufengerecht weiterentwickelt werden.