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Deutsch-japanischer Fachdialog zur Entsorgung hochradioaktiver Abfälle

Austausch im Verbindungsbüro Berlin zu Zwischenlagerung, Standortsuche und öffentlichem Vertrauen.

Vertreter einer japanischen Delegation und der BGE TECHNOLOGY GmbH beim Fachdialog zur Zwischenlagerung und Endlagersuche im Berliner Verbindungsbüro der BGE

Die sichere und dauerhafte Entsorgung hochradioaktiver Abfälle zählt zu den zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Vor diesem Hintergrund fand am Dienstag, 20. Januar, ein Fachdialog zwischen einer japanischen Delegation und der BGE TECHNOLOGY GmbH im Verbindungsbüro Berlin der BGE statt.

Vertreter der Federation of Electric Power Companies of Japan, der Kansai Electric Power Company sowie des Radioactive Waste Management Funding and Research Centre (RWMC) tauschten sich mit Thilo von Berlepsch und Toivo Wanne von der BGE TECHNOLOGY GmbH über zentrale Fragestellungen der Zwischenlagerung nuklearer Abfälle sowie über Verfahren zur Standortsuche für ein tiefengeologisches Endlager aus.

Trotz unterschiedlicher energiepolitischer Rahmenbedingungen stehen Deutschland und Japan vor vergleichbaren Herausforderungen. Ein zentrales Thema war die verlängerte Zwischenlagerung: Angesichts sich verschiebender Zeitpläne für Endlagerprojekte wurde diskutiert, wie die langfristige Integrität von Transport- und Lagerbehältern sowie Zwischenlagereinrichtungen über Zeiträume von mehr als 40 Jahren sichergestellt werden kann.

Ein weiterer Schwerpunkt war das deutsche Standortauswahlverfahren, das mit der sogenannten „Weißen Landkarte“ begonnen hat. Damit ist der ergebnisoffene Start gemeint, bei dem zunächst alle Regionen Deutschlands grundsätzlich in die Suche einbezogen werden. Erst anschließend werden Gebiete anhand transparenter, wissenschaftlicher Kriterien schrittweise eingegrenzt. Dieser Ansatz zeigt, wie ein klar regelbasiertes und nachvollziehbares Vorgehen Vertrauen fördern kann – eine Erfahrung, die für Japan im Hinblick auf Akzeptanz und Freiwilligkeit besonders relevant ist.

Darüber hinaus wurde die Bedeutung des öffentlichen Vertrauens hervorgehoben. Die Diskussion machte deutlich, dass technische Sicherheit allein nicht ausreicht: Transparenz, Beteiligung und demokratische Legitimation sind entscheidend, um gesellschaftliche Akzeptanz zu schaffen und nachhaltige Fortschritte zu ermöglichen.

Der Fachdialog unterstrich die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit, um verantwortungsvolle Lösungen für den Umgang mit hochradioaktiven Abfällen zu entwickeln und kommenden Generationen eine verlässliche Perspektive zu bieten.